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Politik benachteiligt Alleinerziehende systhematisch

70 Prozent der Alleinerziehenden gehen einer Vollzeitbeschäftigung nachEine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zum Thema Alleinerziehende sieht hohen Reformbedarf hinsichtlich der Entlastung und Unterstützung von Alleinerziehenden. Die Politik habe mit ihren Reformen der letzten Jahre Alleinerziehende systhematisch benachteiligt. Die gesamte Palette der Reformen der letzten Jahre, sei es die Reform des Unterhaltsrechts, die Steuerreform mit dem Wegfall des höheren Haushaltsfreibedarfs für Alleinerziehende, die Ergänzug der Hartz IV Gesetze durch für Alleinerziehende nicht zu beantragende Kinderzuschläge, oder die Erhöhung des Kindergeldes, das auf die Hartz IV Sätze und die Unterhalötsvorschussleistungen angerechnet wird, erhöhen den finanziellen Druck auf Alleinerziehende.

Immerhin 70 Prozent der Alleinerziehenden gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Trotzdem sind viele Alleinerziehende auf ergänzende Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen. Von allen minderjährigen Kindern, die in Deutschland leben, muss die Hälfte der Kinder mit dem Hartz IV Satz auskommen. Maßnahmen der Politik sind also gefordert, um Alleinerziehende mit ihrer sowieso schon vorhandenen schwierigen Familiensituation zu entlasten. Dabei formulieren die Autoren dieser Studie über Alleinerziehende die geforderten Veränderungen klar und deutlich: Eine Streichung der Begrenzung des Unterhaltsvorschusses auf bisher 6 Jahre und bis zum 12. Lebensjahr des Kindes, und eine höhere steuerliche Entlastung für Alleinerziehende. Tatsächlich gibt es viele Handlungsansätze, die durch die politisch gewollte Misere der Alleinerziehenden zu verbessern. Würde beispielsweise der Kindesunterhalt und das Kindergeld bei der Berechnung der Hartz IV Sätze nicht als Einkommen angerechnet, würden viel mehr Alleinerziehende den so oft gepriesenen Kinderzuschlag beantragen können. Eine Erhöhung des Kindergeldes käme auch tatsächlich bei den Alleinerziehenden an, wenn das Kindegeld nicht auf Hartz IV Sätze und Unterhaltsvorschussleistungen angerechnet würde.


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