Apr

22

Ursula von der Leyen und die Alleinerziehenden

Ursula von der LeyenSchon als Familienministerin hatte Ursula von der Leyen die Alleinerziehenden im Visier, gebracht hat das den meisten alleinerziehenden Müttern und Vätern aber garnichts. Aber auch als Bundesarbeitsministerin bleibt sie den Alleinerziehenden nicht erspart. Jetzt kündigte sie erneut an die Chancen bei der Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt für Alleinerziehende zu verbessern. Konkrete Vorschläge stehen aber noch aus. Die Versprechungen und Ankündigungen der Politiker bleiben auch nicht lange ohne Kritik.
So fühlt man sich bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg auch zu Unrecht angegriffen. Denn von den rund 640.000 Alleinerziehenden, die Hartz IV beziehen, sind lediglich 232.000 arbeitslos gemeldet. Die anderen Alleinerziehenden müssen sich entweder nicht arbeitssuchend melden, weil sie Kinder unter drei Jahren betreuen. Oder sie arbeiten Teilzeit und stocken auf.
Unter den arbeitsuchenden Frauen sind zudem viele Verkäuferinnen, Köchinnen und Putzfrauen - und müssten zu Tageszeiten arbeiten, in denen Kindergärten nicht geöffnet sind. Das öffentliche Angebot an Kinderbetreuung aber sei Sache der Kommunen - und nicht der Bundesagentur, heißt es in Nürnberg.
Auch der Präsident des Sozialverbands, Adolf Bauer, äussert sich ebenfalls skeptisch: “Jetzt bleibt abzuwarten, was der Vorschlag der Ministerin konkret vorsieht”, sagt er. Eine verstärkte Vermittlung der Alleinerziehenden in Ein-Euro-Jobs, so wie dies bisher bei Jugendlichen und Älteren geschehe, sei “jedenfalls keine Verbesserung”.


1 Kommentar zu “Ursula von der Leyen und die Alleinerziehenden”

  1. Frank Says:

    Im Juli 2008 bezogen von allen Alleinerziehenden im erwerbsfähigen Alter mit minderjährigen Kindern 42,3% Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende, im Vergleich zu 8,5% bei Paaren mit Kindern. Die Hilfequote bei Alleinerziehenden variiert stark mit der Zahl der minderjährigen Kinder. Sie betrug bei einem minderjährigen Kind 38,1%, bei zwei minderjährigen Kindern 46,4% und bei drei und mehr minderjährigen Kindern 72,9%.
    Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. Für Westdeutschland errechnet sich ein Wert von 39,0%, für Ostdeutschland ein Wert von 52,5%. Dabei reicht die Spanne auf Ebene der Länder von 27,0% in Bayern bis 60,9% in Sachsen-Anhalt

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