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Berufstätige Alleinerziehende stehen sich besser als Hartz IV Empfänger
Neuer Zündstoff für die Debatte um die Hartz IV Sätze. Hatte unlängst eine Studie der Uni Kiel noch behauptet, dass es sich für Alleinerziehende kaum lohne eine Arbeit auf zu nehmen, legt der Paritätische Gesamtverband jetzt Modellberechnungen vor, die das Gegenteil belegen. Es sind die Zuschläge, wie Wohngeld und Kinderzuschlag, die verhindern, dass berufstätige Alleinerziehende weniger haben, als alleinerziehende Hartz IV Empfänger. Diese seien in der Studie der Uni Kiel einfach unterschlagen worden.
Auch “Aufstocker”, die zum Niedriglohn zusätzlich einen Teil des Arbeitslosengelds II (Alg II) erhalten, haben immer deutlich mehr als Haushalte, die ausschließlich auf Hartz IV angewiesen sind.
Unter die Lupe genommen hat der Paritätische einfache Anlerntätigkeiten in Branchen wie Einzelhandel und Gastronomie, private Wachdienste, Zeitarbeit und Callcenter, und das für eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Die Bruttostundenlöhne schwanken zwischen 5,95 EUR für Wachleute in Ostdeutschland und 14,07 EUR für das produzierende Gewerbe im Westen.
Bei Alleinlebenden beträgt der Lohnabstand in der Regel 300 bis 900 EUR im Monat. Ein alleinstehender Hilfsarbeiter im Gartenbau hat im Westen gut 620 EUR im Monat mehr, als wenn er arbeitslos wäre, ein Fabrikarbeiter rund 900 EUR.
Bei Alleinerziehenden bringt die Arbeit 300 bis 500 EUR mehr als Hartz IV. Eine alleinerziehende Verkäuferin und ihr dreijähriges Kind haben im Westen bis zu 351 EUR mehr im Monat, als wenn die Mutter nicht arbeiten würde.
Juni 17th, 2010 um 14:21
Ich bin Okonom und Programmiererin mit 30 Jahren Berufserfahrung und Alleinerziehend, jetzt ist sie erwachsen. Ich habe bei den größten Konzernen Deutschlands als Zeitarbeitskraft bei 40/Woche Std und mehr in Wechselschicht gearbeitet. Mo-Fr 6-15 und in der nächsten Woche 15 bis 02 Uhr morgens. Erst waren es 1.100, dann 800,-, dann 600 € netto im Monat. Männer bekamen mehr. Wir waren ausgebildete Programmiererinnen, die am PC Wareneingänge erfassten und nebenbei am Band auch die Pakete öffnen mussten. Wir wurden als Lagerhilfskraft eingestuft. Täglich wurden wir zu höheren Leistungen angetrieben und täglich wurden Menschen entlassen, besonders wenn sie krank wurden.
Herzinfarkt, Bandscheibenprobleme, Magersucht und vor allem Probleme mit den Füßen und Beinen sind ganz normal. Die Raumluft enthielt wenig Sauerstoff und sehr viele Chemieausdünstungen der ganzen neuen Produkte im Lager.
Ich war ständig müde, habe mein Kind kaum gesehen und keinerlei soziale Kontakte mehr, wie denn auch.
440 € Miete, 106 € Strom, keine Auto mehr, geplatzte Ratenverträge und schlechte Schufa Auskunft, dann gekündigt, arbeitslos und jetzt bald Hartz IV. Ich hatte kein Geld, um mir in der Kantine ein warmes Mittagessen zu kaufen und zwar wochenlang. Ich bekam Myome in der Gebärmutter und sie mußte entfernt werden, Bluthochdruck und eine Schilddrüsenunterfunktion, die Krankheiten, die mich in ein paar Jahren töten werden.
Mein Großvater war Fabrikarbeiter in den 1930er Jahren. Er hatte eine Frau, ein eigenes Haus und 11 Kinder. Meine Eltern hatten 6 Kinder, das wollte ich auch. Ich habe 1 Kind und würde bei der krassen Diskriminierung gegen Alleinerziehende heute keine Ehe mehr eingehen und auch kein Kind mehr in die Welt setzten. Mein Ex Mann hatte nach 22 Ehejahren eine Geliebte und die hatte nach der Scheidung meinen ganzen Besitz. Er fliegt nach Florida in Urlaub, zahlt aber keinen Unterhalt. Weil das Kind über 14 war bekam ich auch keinen Unterhaltsvorschuß.
Mütter sind der einzige Weg in die Zukunft. Die Geburtenrate ist weltweit auf 1 bis 1,3 gesunken, also halb so viel, wie zur Bestandserhaltung nötig wäre. Die Wirtschaft muss sich jetzt darauf einstellen, dass sich die Umsätze aller Branchen weltweit alle 20 Jahre halbieren. Die Wirtschaft fordert von uns “Kind oder Karriere” und wir entscheiden uns für “weder noch”.
Alleinerziehenden einen Lohn zu zahlen mit dem sie auch Kinder groß ziehen können ist die beste Zukunftsinvestition, die die Wirtschaft machen kann.
Wir brauchen keine Almosen, sondern einen angemeßenen Lohn.
Ein Unternehmer kann sich nur mit Dumping Löhnen bereichern, wenn alle anderen es nicht tun. Wenn alle es tun kommt es zum Zusammenbruch aller Märkte, weil die Kaufkraft fehlt. Deshalb sind im Mittelalter die Zünfte entstanden und später die Gewerkschaften. Hätten wir in den 80er Jahren weltweit höhere Löhne durchgesetzt, hätten wir heute boomende Märkte. Dumpinglöhne haben im Kommunismus nicht funktioniert. Sie werden auch bei uns nicht funktionieren.
Wir hätten die Löhne weltweit anheben und den Reichtum exportieren können. Stattdessen haben wir die Armut importiert. Warum ändern wir es nicht? Es hat schon öfter einen “New Deal” gegeben.
In den letzten 1.000 Jahren unserer Kirchenbücher folgte jeder Hungersnot und jedem Krieg ein Geburtenrückgang. In den Folgejahren stieg die Geburtenrate immer wieder. Einen Geburtenrückgang, der sich über 30 Jahre immer mehr verstärkt, hat es noch nie gegeben. Dieser Geburtenrückgang betrifft auch alle Tierarten weltweit. Und wir setzen junge Frauen im Lager ein, wo sie den ganzen Tag unfruchtbar machende Chemikalienrückstände einatmen.
Die Brukterer in meiner Heimat, Uruk, Ur, die Etrusker, die Tempel von Angkor, die Nasca Indianer - die Geschichte ist voll von Völkern, die ausgestorben sind und immer waren die Ursachen Krieg, Ausbeutung und Umweltzerstörung. Wenn Frauen hungern bekommen sie zuerst nur noch weibliche Kinder, danach bleibt die Regel ganz aus.
Und mit uns stirbt die Wirtschaft.